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ARCHETYPEN
Die Wurzeln von Jo Kley's abstrakter
Arbeit liegen in der intensiven
Auseinandersetzung mit archetypischen
Ursymbolen und dem Studium der Natur,
die dem Menschen seit jeher als Vorlage
für sein künstlerisches Schaffen diente.
Leiter, Turm, Stern, Spirale, Knoten und
Labyrinth bilden seine zentralen Themen,
die er mit Kraft und Fantasie aufgeladen
in den Stein bannt.
Kley faszinieren die klassischen Arbeiten
eines Michelangelo, Bernini und Thorwaldsen
aber auch Werke der griechischen Antike,
deren bewegende mythologische Hinter-
grundgeschichten oftmals den beflügelnden
Stoff seiner (Stein-)Träume liefern.
Dr. Elisabeth Grunwald (Naturwissenschaftlerin)
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KUNSTSTÜCKE
Die Faszination des Steins und die Virtuosität der Bearbeitung
bestimmen auf den ersten Blick die Arbeiten von Jo Kley.
Unwillkürlich fragt sich der Betrachter:>Wie hat er das gemacht?<
Da umschlingen sich Beispiel zwei Säulen in so spielerischer
Leichtigkeit, dass man ganz vergisst, dass sie aus Stein bestehen
- oder Leitern, aus einem einzigen Steinblock herausgeschlagen,
sind ineinander verhakt und ausbalanciert.
Zugleich dynamisiert Kley die Form. Alles ist in Bewegung, ist ein
Bezug nehmen zueinanander, ein sich durchdringenund vernetzen.
Und doch hat alles seinen stehenden, ruhenden Punkt. Es sind
grandiose >Kunststücke< und erinnern an die Kunst- und Wunder-
kammern des Manierismus. Damals galt als oberstes Ziel der
Kunst nicht allein der Inhalt, sondern vor allem auch die Aus-
führung eines Kunstwerkes. Die Künstler tasteten die Grenzen
des technisch Machbaren aus.
Gleichzeitig benutzt er einfache geometrische Formen, die zum
Assoziieren reizen. So kann man die Arbeit >una stella in gamba<
als einen Stern sehen, der sich durch den Kosmos dreht, als eine
Welt, die aus den Fugen geraten ist - oder aber man erfreut sich
an dem klaren, kraftvollen Aufbau des Marmors.
Jo Kley ist ein Begeisterter - für ihn ist Kunst Erlebnis.
In dieses Erlebnis zieht er den Betrachter ein.
Karl Dahmen (Kunsthistoriker und Journalist)
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ARBEITSWEISE
Alle Skulpturen, seien sie noch so filigran und
kompliziert, sind aus einem Block gearbeitet,
nichts ist nachträglich ineinander gefügt.
Zunächst erhält der Stein seine grobe
Umrissform, etwa durch das Abspalten von
Steinmaterial mittels in Bohrlöcher getriebene
Keile. Danach kommen Presslufthammer und
Flex zum Einsatz, die eine zügige Arbeitsweise
erlauben. Unverzichtbar ist natürlich nach wie
vor die Arbeit von Hand. Den letzten Schliff
erhält die Skulptur dann in zahlreichen Polier-
vorgängen per Hand. Häufig belässt Kley die
Oberfläche grob, die dann rhythmische Spuren
des jeweils gezielt eingesetzten Pressluft-
meißels aufweist.
>Alles was zum Ziel führt, ist mir recht<,
sagt Kley. >Die romantische Vorstellung vom
Bildhauer, der alles von Hand arbeitet, trifft
heute nicht mehr so zu. Meine Arbeit ist ein
ständiges Üben. Je mehr ich übe, desto mehr
Möglichkeiten tun sich mir auf.<
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