ARCHETYPEN   


 Die Wurzeln von Jo Kley's abstrakter   
Arbeit liegen in der intensiven   
 Auseinandersetzung mit archetypischen   
 Ursymbolen und dem Studium der Natur,  
 die dem Menschen seit jeher als Vorlage   
 für sein künstlerisches Schaffen diente.   
 Leiter, Turm, Stern, Spirale, Knoten und   
 Labyrinth bilden seine zentralen Themen,  
 die er mit Kraft und Fantasie aufgeladen   
 in den Stein bannt.   
Kley faszinieren die klassischen Arbeiten   
 eines Michelangelo, Bernini und Thorwaldsen   
 aber auch Werke der griechischen Antike,   
 deren bewegende mythologische Hinter-   
grundgeschichten oftmals den beflügelnden   
 Stoff seiner (Stein-)Träume liefern.   


   Dr. Elisabeth Grunwald (Naturwissenschaftlerin)   
 

 
Jo Kley Themen
             

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© ars magnifica 2012
   
         
           
 

  
   KUNSTSTÜCKE


   Die Faszination des Steins und die Virtuosität der Bearbeitung
   bestimmen auf den ersten Blick die Arbeiten von Jo Kley.
   Unwillkürlich fragt sich der Betrachter:>Wie hat er das gemacht?<
   Da umschlingen sich Beispiel zwei Säulen in so spielerischer 
   Leichtigkeit, dass man ganz vergisst, dass sie aus Stein bestehen
   - oder Leitern, aus einem einzigen Steinblock herausgeschlagen,
   sind ineinander verhakt und ausbalanciert. 
   Zugleich dynamisiert Kley die Form. Alles ist in Bewegung, ist ein
   Bezug nehmen zueinanander, ein sich durchdringenund vernetzen.
   Und doch hat alles seinen stehenden, ruhenden Punkt. Es sind
   grandiose >Kunststücke< und erinnern an die Kunst- und Wunder-
   kammern des Manierismus. Damals galt als oberstes Ziel der
   Kunst nicht allein der Inhalt, sondern vor allem auch die Aus-
   führung eines Kunstwerkes. Die Künstler tasteten die Grenzen
   des technisch Machbaren aus.
   Gleichzeitig benutzt er einfache geometrische Formen, die zum
   Assoziieren reizen. So kann man die Arbeit >una stella in gamba<
   als einen Stern sehen, der sich durch den Kosmos dreht, als eine
   Welt, die aus den Fugen geraten ist - oder aber man erfreut sich
   an dem klaren, kraftvollen Aufbau des Marmors.
   Jo Kley ist ein Begeisterter - für ihn ist Kunst Erlebnis.
   In dieses Erlebnis zieht er den Betrachter ein.


   Karl Dahmen (Kunsthistoriker und Journalist)


 
           
   

ARBEITSWEISE   
   
   Alle Skulpturen, seien sie noch so filigran und   
 kompliziert, sind aus einem Block gearbeitet,   
 nichts ist nachträglich ineinander gefügt.   
 Zunächst erhält der Stein seine grobe   
 Umrissform, etwa durch das Abspalten von   
 Steinmaterial mittels in Bohrlöcher getriebene   
 Keile. Danach kommen Presslufthammer und   
 Flex zum Einsatz, die eine zügige Arbeitsweise   
 erlauben. Unverzichtbar ist natürlich nach wie   
 vor die Arbeit von Hand. Den letzten Schliff   
 erhält die Skulptur dann in zahlreichen Polier-   
vorgängen per Hand. Häufig belässt Kley die   
 Oberfläche grob, die dann rhythmische Spuren   
 des jeweils gezielt eingesetzten Pressluft-   
meißels aufweist.   
>Alles was zum Ziel führt,  ist mir recht<,   
 sagt Kley. >Die romantische Vorstellung vom   
 Bildhauer, der alles von Hand arbeitet, trifft   
 heute nicht mehr so zu. Meine Arbeit ist ein   
 ständiges Üben. Je mehr ich übe, desto mehr   
  Möglichkeiten tun sich mir auf.<